Als Deutschland einen Sound erfand – Techno, Eurodance und die US-Rap Verbindung

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Manchmal vergesse ich, wie besonders es war, in Deutschland Ende der 80er und Anfang der 90er aufzuwachsen. Das war eine völlig verrückte Zeit für Musik. Techno entstand gerade lokal (unabhängig Detroit) Clubs experimentierten mit neuen Sounds. Niemand wusste wirklich, wohin sich das alles entwickeln würde.Fra nkfurt und Berlin waren die Hot Spots - die ersten Love Parades fanden statt, Mayday und are geile Events.

Und ich war mittendrin.

Meine frühen Techno-Jahre

Bevor ich später andere Dinge gemacht habe, stand ich tatsächlich auch selbst hinter den DJ-Decks. Das waren die Zeiten, in denen Namen wie

  • Sven Väth
  • Jam & Spoon
  • Westbam
  • Paul van Dyk

die elektronische Musik geprägt haben. Damals waren das einfach die DJs, die in den Clubs spielten, in denen wir jedes Wochenende unterwegs waren. Bei mir waren es dies Palazoo in Bingen, in Frankfurt Grey udn Omen sowie zum Abschluss dex Wocheneendes der uerbachkeller in Bensheim (kennt wohl keiner ausser evtl. @andyjaypowell aus der Hive community)

Ich hatte sogar das Glück, einige von ihnen persönlich kennenzulernen. Wenn man heute zurückblickt, ist es schon erstaunlich, wie viele wichtige Künstler der elektronischen Musik aus Deutschland oder aus der Szene hier gekommen sind.

Und dann gab es noch jemanden, den man unbedingt erwähnen muss:

Torsten Fenslau.

RIP - eine Ikone! Wenn man damals Teil der Szene war, kennt man diesen Namen. Torsten war DJ im legendären Dorian Gray in Frankfurt, einem der wichtigsten Clubs der frühen Techno-Szene.Aber er war nicht nur DJ. Er war einer der Leute, die es geschafft haben, die Brücke zwischen Underground-Techno und kommerziellem Erfolg zu schlagen.

Mit Projekten wie Culture Beat entstand plötzlich ein Sound, der nicht nur in Clubs funktionierte, sondern weltweit erfolgreich wurde.

Leider ist Torsten 1993 viel zu früh gestorben, auf dem Weg zum Paramount Park damals wenn ich mich recht erinnere.

Sein Einfluss auf die deutsche Dance-Musik ist aber bis heute spürbar - neben Culture Beat und die Darmstad Szene wo auch Captain Jack herkam - SNAP ebenfalls aber nicht unter Torsten Approach.


Die seltsame Magie der frühen 90er

Parallel zur Techno-Szene entstand einfach etwas Neues.

Viele Projekte kombinierten plötzlich:

  • elektronische Beats aus Deutschland
  • starke weibliche Vocals
  • Rap-Parts von amerikanischen MCs

Diese Rapper kamen oft von US-Militärbasen, die damals noch überall in Deutschland stationiert waren.

Diese Mischung war neu – und extrem erfolgreich. Heute nennt man das meistens Eurodance. Später wurde es manchmal abwertend Eurotrash genannt.

Aber damals? Damals war das einfach der Sound überall.


Der Sound, der um die Welt ging

Projekte wie

  • Culture Beat
  • Snap!
  • Captain Hollywood Project
  • Captain Jack
  • La Bouche
  • Mister President

haben deutsche Dance-Musik plötzlich weltweit bekannt gemacht. Natürlich war das kommerziell. Aber es war auch perfekt produzierte Clubmusik mit riesigen Hooks. Und viele dieser Projekte kamen direkt aus der gleichen Szene, aus der auch Techno entstanden ist.

Zwei Welten, die sich gegenseitig beeinflusst haben.


Beispiel: Culture Beat

Dieser Sound war Anfang der 90er wirklich überall.

Clubs, Radio, Fernsehen, Partys.

Und wenn man genau hinhört, merkt man noch immer die Techno-Wurzeln unter der Pop-Struktur.


Snap!

Snap! war ein weiteres Projekt, das genau diese Mischung perfektioniert hat:

Deutsche Produzenten
US-Rap
Große weibliche Hook
Massiver Dance-Beat

Einfach – aber extrem effektiv.


Captain Hollywood Project


Auch ein typisches Beispiel für diese Zeit.

Wenn solche Tracks damals im Club liefen, war die Tanzfläche sofort voll.

Und man darf nicht vergessen:

Das war lange vor Streaming, Social Media oder Algorithmen.

Musik wurde groß, weil DJs sie spielten und Menschen sie weitergegeben haben.


Rückblick

Wenn ich diese Tracks heute höre, bin ich sofort wieder in dieser Zeit.

Nebelmaschinen.
Laser.
Vinylplatten.

Und DJs, die gerade erst begonnen haben herauszufinden, was elektronische Musik alles werden kann.

Heute wird diese Zeit manchmal als kitschig belächelt.

Vielleicht war ein Teil davon auch genau das.

Aber ohne diese Phase wäre Deutschland wahrscheinlich nie zu einem so wichtigen Land für elektronische Musik geworden.

Für viele von uns war das einfach der Sound unserer Jugend.


Wenn ihr damals auch unterwegs wart:

Welcher Track steht für euch für die frühen 90er?


🇬🇧 English

Sometimes I forget how special it was growing up in Germany in the late 80s and early 90s.

It was a crazy time for music.

Techno was just emerging.
Clubs were experimenting with new sounds.
Nobody really knew where electronic music would go.

And I was right there in the middle of it.


My early Techno years

Before doing anything serious professionally, I actually spent quite some time behind DJ decks myself.

Those were the days when names like

  • Sven Väth
  • Jam & Spoon
  • Westbam
  • Paul van Dyk

were shaping what would later become the global electronic music movement.

Back then they were simply the DJs playing in the clubs we went to every weekend.

I was lucky enough to meet several of them personally.

Looking back, it's incredible how many pioneers of electronic music came out of Germany and the surrounding scene.

And then there was one more name you have to mention.

Torsten Fenslau.


Torsten Fenslau (RIP)

If you were part of the early scene, you know that name.

Torsten was DJ at the legendary Dorian Gray club in Frankfurt, one of the key places in early German techno culture.

But he was more than a DJ.

He helped build a bridge between underground techno and commercial success.

Projects like Culture Beat suddenly pushed electronic music from clubs into global charts.

Sadly Torsten died far too early in 1993.

But his influence on German dance music remains huge.


The strange magic of early 90s Eurodance

At the same time something interesting happened.

Many projects started combining:

  • electronic beats from Germany
  • strong female vocals
  • rap parts from American MCs

These rappers often came from US military bases still stationed in Germany at the time.

The result was a completely new sound.

Today we call it Eurodance.

Later critics sometimes called it Eurotrash.

But back then?

It was simply everywhere.


The sound that went global

Projects like

  • Culture Beat
  • Snap!
  • Captain Hollywood Project
  • Captain Jack

made German dance music suddenly visible around the world.

Yes, it was commercial.

But it was also incredibly effective dance music.

Huge hooks.
Massive beats.

And much of it grew out of the same ecosystem that also produced the underground techno scene.


When I hear these tracks today, I’m immediately transported back to those nights.

Smoke machines.
Laser lights.
Vinyl everywhere.

And DJs trying to figure out what electronic music could become.

Some people call that era cheesy today.

Maybe parts of it were.

But without it, Germany probably wouldn’t have become such an important place for electronic music.

For many of us, it was simply the soundtrack of our youth.

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6 comments
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Fue una época mágica donde clubes de Frankfurt y Berlín, junto a DJs como Sven Väth o Torsten Fenslau, mezclaron sonidos electrónicos con raperos estadounidenses de las bases militares. Esta mezcla creó éxitos mundiales como Culture Beat o Snap!, uniendo el mundo del "underground" con el éxito comercial que hoy recordamos con nostalgia.

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Die Love Parade war nur Deckmantel für geheime DMT-Laboratorien unter dem Tempelhofer Feld, das echte Rave-Rezept stand auf den Playlists von 1993!

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